Golding Investor Days 2025
Simplexity – Chancen sehen in einer komplexen Welt
Was einst mit einem dreiköpfigen Team begann, ist heute ein Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern. „Komplexität ist nichts Neues“, so Jeremy Golding in seiner Eröffnungsrede, „und die gute Nachricht ist: Seit 25 Jahren meistern wir Wandel, Change und Veränderung – und entwickeln daraus neue Strategien für die Zukunft.“
Das Motto „Simplexity“, eine Kombination aus „simple“ und „complexity“, stand dafür, wie sich auch in herausfordernden Zeiten klare, nachhaltige Lösungen finden lassen. An den drei Konferenztagen vom 24. bis 26. Juni boten zahlreiche Vorträge, Podiumsrunden und informelle Gespräche reichlich Gelegenheit zum Austausch – mit hochkarätigen Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie.
Besondere Resonanz fanden die Keynotes von Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), und Fabian G. Westerheide, KI-Investor, Gründer von Asgard Capital und einer der profiliertesten Vordenker zum Thema Künstliche Intelligenz in Deutschland.
Mut macht den Unterschied
In seiner Keynote plädierte Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, für mehr Zuversicht. „Wir erleben derzeit drei gigantische Transformationen gleichzeitig“, erklärte er. „Unsere größte Schwäche ist dabei der Mangel an Vertrauen. Und wenn Sie das Vertrauen nicht haben, werden Sie nicht investieren. Ich bin überzeugt: Die Substanz Deutschlands ist besser, als wir oft glauben.“
Mit Blick auf die Wirtschaft forderte er mehr Tempo und Risikobereitschaft: „Wir müssen schneller sein, Altes loslassen, damit Neues entstehen kann. Transformation gelingt nur, wenn Unternehmen Risiken eingehen und Verantwortung übernehmen.“ Dabei gelte es, Abhängigkeiten durch Diversifikation zu reduzieren: „Weg von ‚just in time‘, hin zu ‚just in case‘.“ Und weiter: „Wir brauchen mehr Mut, mehr Eigenkapital und viel mehr Fokus auf Erfolge.“
Auch die Voraussetzungen sieht Fratzscher positiv: Deutschland verfüge über verlässlich funktionierende rechtsstaatliche Institutionen – die konstruktive Kehrseite der oft beklagten Bürokratie –, über eine robuste, widerstandsfähige Wirtschaftsstruktur mit starkem Mittelstand sowie über ein hohes Maß an Gemeinschaftssinn und Konsensorientierung. Letzteres bremse zwar manchmal schnelle Entscheidungen, sei aber eine wichtige Basis für Stabilität. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft müsse sich, so Fratzscher, aus asymmetrischen Abhängigkeiten lösen – nicht durch Abschottung, sondern durch kluge Diversifikation.
Fortschritt braucht Begeisterung
Fabian Westerheide richtete den Blick nach vorn und warb für mehr Offenheit gegenüber Technologie: „Innovation entsteht da, wo investiert wird“, so der KI-Investor. „Menschen, die KI nutzen, werden jene überholen, die es nicht tun.“ Er plädierte für weniger Zögern und mehr Tatkraft – und erinnerte zugleich daran, dass das Menschliche unersetzlich bleibt: „Darum ist der persönliche Kontakt so wichtig. Und die Frage: Was für eine Zukunft wollen wir haben?“
Auch nachhaltiger Investments und ESG spielte eine zentrale Rolle. „ESG bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Investmentprozesses“, unterstrich Hubertus Theile-Ochel. „Klimatechnologie wird dabei ein zentraler Treiber sein.“ Christian Schütz ergänzte: „Wir sehen zwei große Entwicklungen: Impact wird Methode und Klima das Thema.“
Die Golding Investor Days 2025 haben gezeigt, wie „Simplexity“ gelingt: mit klaren Zielen, Vertrauen in die eigenen Stärken und dem Mut, Verantwortung zu übernehmen. Mit dieser Haltung blicken wir optimistisch in die Zukunft.
Golding Investor Days 2025 | Die Highlights im Video