Interview mit Vaishnavi Katamreddy
Head of Buyout
Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Rolle als Head of Buyout! Womit wirst du dich zuerst beschäftigen?
Vielen Dank! Die zahlreichen Glückwünsche von Kolleginnen und Kollegen, unserem GP-Netzwerk und vor allem von unseren Investoren haben mich sehr berührt – das war für mich persönlich ein echtes Highlight.
Mein Ziel ist es, Goldings Position als bevorzugten Small- und Mid-Cap-Asset-Manager mit europäischem Hauptsitz nachhaltig zu stärken. Das bedeutet, sowohl ein verlässlicher Partner für die erstklassigen GPs zu sein, mit denen wir enge Beziehungen aufgebaut haben, als auch die Plattform der Wahl für globale Investoren zu sein, die attraktive Private-Equity-Chancen über Fonds und Co-Investments suchen.
Dabei möchte ich unsere besondere Stärke im Transaktionsgeschäft einsetzen, um für unsere Investoren widerstandsfähige Portfolios aufzubauen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unser Fokus auf Small- und Mid-Caps in Kombination mit flexiblen Zugangswegen es uns ermöglicht, auch in herausfordernden Märkten erfolgreich Kapital zu investieren und Liquidität zu generieren. Eine kontinuierliche Vintage-Exponierung und verlässliche Exits bleiben daher im Zentrum meiner Prioritäten.
Welche Chancen und Herausforderungen sieht du derzeit im Buyout-Markt?
Bei unseren jüngsten Investor Days haben wir das aktuelle Marktumfeld mit einem großen „Pause-Knopf“ beschrieben. Nach einer kurzen Belebung Ende 2024 und Anfang 2025 hat sich die Aktivität im zweiten Quartal erneut deutlich verlangsamt. Historisch betrachtet entstehen gerade in solchen Phasen oft die besten Chancen, die öffentlichen Märkte zu übertreffen – allerdings nur mit der richtigen Herangehensweise. Für uns bedeutet das vor allem zwei Dinge: Fokus und Flexibilität.
Fokus heißt, sehr gezielt auszuwählen, wo und mit wem wir investieren. Wir konzentrieren uns auf Small- und Mid-Cap-Unternehmen in Sektoren die von langfristigen strukturellen Trends profitieren – etwa Technologie, B2B-Dienstleistungen und Gesundheitswesen – und arbeiten mit GPs zusammen, die echten operativen Mehrwert schaffen. Diese Manager erzielen über Zyklen hinweg Top-Renditen, sind aber meist schwer zugänglich. Durch unsere langjährigen Beziehungen können wir unseren Investoren genau diesen Zugang eröffnen.
Flexibilität ist ebenso entscheidend. In stagnierenden Märkten ist die Kapitalallokation oft die größte Herausforderung. Hier spielen Co-Investments, Late Primaries und Sekundärtransaktionen eine immer wichtigere Rolle – ergänzend zu klassischen Primaries. Mit diesem Ansatz können wir Kapital effizient einsetzen, attraktive Risiko-Rendite-Profile realisieren und frühzeitiger Liquidität schaffen. In der heutigen Marktlage ist diese Breite für Investoren nicht nur optional, sondern unverzichtbar.
Worauf können sich unsere Investoren in den kommenden Monaten freuen?
Mit Daniels Ernennung zum CIO bauen wir unser Team auf mittlerer und Junior-Ebene weiter aus. Auf der Investmentseite erweitern wir unseren Fokus: Wir vertiefen den Zugang zu unabhängigen Sponsoren und prüfen neben unseren drei Kernsektoren – Technologie, B2B-Dienstleistungen und Gesundheitswesen – die Spezialmaschinen- und Produktionsindustrie als mögliches neues Schwerpunktfeld.
Damit bleiben wir unserer Kultur als lernende Organisation treu und eröffnen unseren Investoren weiterhin differenzierte Anlagemöglichkeiten.
Du bist seit drei Jahren Teil des Teams. Was schätzt du am meisten an der Kultur bei Golding?
Von Anfang an haben mich zwei Dinge überzeugt: die Stärke unserer Plattform, die es den Investment-Teams erlaubt, sich voll auf das Investieren zu konzentrieren, und die Möglichkeit, kontinuierlich von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Anlageklassen zu lernen.
Besonders beeindruckt hat mich seit meinem Start die hohe Qualität unseres Junior- und Mid-Level-Teams. Ihre Erfahrung, Motivation und frischen Perspektiven bereichern jede Diskussion und machen mich sehr optimistisch für die Zukunft unserer Plattform.
Besonders ist auch das Engagement im Team: Rund 130 Kolleginnen und Kollegen haben persönlich in unseren letzten Multi-Manager-Fonds investiert und damit 2,6 Prozent des Kapitals eingebracht – ein Maß an Identifikation und Alignment, das in unserer Branche selten ist.
Welche Erfahrungen aus deiner bisherigen Laufbahn ist für deine neue Rolle besonders wertvoll?
In den vergangenen 20 Jahren hatte ich das Privileg, Private Equity aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenzulernen: als LP, als Direct Investor und zuvor im Investment Banking. Jede dieser Stationen hat mich geprägt und zu der Investorin gemacht, die ich heute bin.
Als LP habe ich über 13 Jahre hinweg Portfolios, Geschäftsmodelle und Deals – erfolgreiche wie gescheiterte – analysiert und dabei meinen Blick für Risiko und Rendite geschärft. Direktinvestments haben mir tiefen Respekt für Unternehmer und Deal-Teams vermittelt und mir ein breites Verständnis für Deal-Dynamiken, Kennzahlen und insbesondere GP-Kultur und Incentives gegeben. Und meine Jahre im Investment Banking haben meine Arbeitsweise nachhaltig geprägt: gründlich, bestens vorbereitet und mit der Bereitschaft, auch die schwierigen Fragen zu stellen – aber immer respektvoll.
Gerade diese Kombination aus LP-, Direct- und Banking-Erfahrung ist für mich in meiner neuen Rolle besonders wertvoll – und genau das möchte ich in Goldings Buyout-Strategie einbringen.
Rückblickend: Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich zu Beginn deiner Karriere geben?
Suche früh Mentoren. Der Austausch mit Menschen, die den Weg schon gegangen sind, war für meine Karriere unbezahlbar. Heute versuche ich, genau diese Unterstützung an jüngere Kolleginnen und Kollegen bei Golding und über die Initiative Level20 weiterzugeben.
Und zum Schluss: Erzähle uns etwas Persönliches, das nicht in deinem Lebenslauf steht.
Was 2011 als kurzes Sabbatical begann, wurde zu einer neuen Heimat – Deutschland hat mich nicht mehr losgelassen. Mittlerweile bin ich verheiratet und habe zwei Töchter (9 und 6 Jahre alt) – meine strengsten Deutschlehrerinnen.