Pionierarbeit in der Fondsstrukturierung
Golding realisiert erstes „virtuelles“ Börsenlisting für Private Credit-Fonds in SICAV-FIS-Struktur
Der entscheidende Vorteil: Das Listing erfolgt bereits auf Basis der Zeichnungen und nicht erst nach dem Kapitalabruf und der Aktienausgabe. So entsteht ein signifikanter Zeitgewinn, der zugleich zentrale regulatorische Anforderungen institutioneller Anleger erfüllt.
Erste virtuelle Börsennotierung in Luxemburg
Statt der bei Alternativen Investmentfonds üblichen Einordnung nach § 2 Abs. 1 Nr. 13b AnlV wurde gezielt die Klassifizierung unter § 2 Abs. 1 Nr. 12 AnlV angestrebt – und erfolgreich umgesetzt.
Voraussetzung hierfür ist, dass zum Zeitpunkt der Zeichnung bereits börsennotierte Aktien vorliegen, was im Zielkonflikt mit dem üblichen Onboarding-Prozess bei Alternativen Investmentfonds steht.
Um dieses strukturelle Spannungsfeld aufzulösen, entwickelte Golding in enger Abstimmung mit dem externen Rechtsberater Clifford Chance Luxemburg – sowie im direkten Austausch mit der LuxSE – ein Verfahren, das eine vorgezogene, sogenannte virtuelle Notierung ermöglicht. Auf Basis der eingereichten Zeichnungsscheine erfolgte im Mai 2025 die virtuelle Börsennotierung der relevanten Aktienklassen. Die LuxSE stellte hierzu ein formelles Bestätigungsschreiben mit zunächst dreimonatiger Gültigkeit aus.
Damit war es den Anlegern möglich, bereits zum Zeitpunkt der Zeichnung formell börsennotierte Anteile zu erwerben – eine zentrale Voraussetzung für eine regulatorisch konforme Allokation unter § 2 Abs. 1 Nr. 12 AnlV.
Vom virtuellen zum regulären Listing
Nach dem ersten Kapitalabruf und der Ausgabe der Aktien an die Anleger im August 2025, erfolgte die endgültige Börsenzulassung der Aktienklassen durch die LuxSE. Diese bestätigte die Umwandlung des virtuellen Listings in eine dauerhafte Börsennotierung. Seither gelten alle emittierten und künftigen Aktien der betreffenden Aktienklassen als endgültig börsennotiert im Sinne der AnlV.
SICAV-FIS-Struktur für den Kapitalmarktzugang
Das Listing wurde im Rahmen eines Private Credit-Fonds umgesetzt, der speziell für eine Gruppe deutscher Versorgungswerke strukturiert wurde. Die Gesellschaft ist als Aktiengesellschaft (S.A.) in Form einer SICAV-FIS mit Sitz in Luxemburg errichtet. In der ersten Zeichnungsrunde konnten Kapitalzusagen in Höhe von EUR 113 Mio. erzielt werden.
Die gewählte Struktur war im Wesentlichen regulatorisch motiviert und maßgeblich für die Möglichkeit eines Börsenlistings: Für Fonds in der Form einer SICAV-RAIF ist eine vergleichbare Notierung derzeit grundsätzlich nicht möglich. Daher wurde der Fonds bewusst als vollreguliertes Vehikel aufgelegt, das ein intensives Genehmigungsverfahren der luxemburgischen Finanzaufsicht (CSSF) durchläuft, um den Zugang zur Börse sicherzustellen.
Pionierschritt für Private Credit
Mit dieser erstmaligen Umsetzung einer virtuellen Notierung im Rahmen eines Private Credit-Fonds für Versorgungswerke hat Golding einen strukturierungsseitigen Meilenstein gesetzt – sowohl regulatorisch als auch technisch. Die Kombination aus
- einer vollständig AnlV-konformen Struktur,
- einem nachgewiesenen Listing zum Zeichnungszeitpunkt
- und der regulatorischen Nachvollziehbarkeit durch formelle Bestätigungen der LuxSE
ermöglicht es regulierten Anlegern, sich im Rahmen der Beteiligungsquote des § 2 Abs. 1 Nr. 12 AnlV an alternativen Anlageprodukten zu beteiligen – ohne strukturelle Zielkonflikte. Damit schafft Golding einen neuen Marktstandard für Alternative Investments im regulierten Umfeld.
Zugleich ist hervorzuheben, dass die Ausgestaltung als SICAV-FIS ein intensives Prüf- und Genehmigungsverfahren der CSSF voraussetzt und daher nicht ohne weiteres auf andere Anleger oder Strukturen übertragbar ist.