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Private Credit

Neue Chancen im Sekundärmarkt

Mit dem Wachstum des Private-Credit-Markts rückt auch dessen Sekundärmarkt stärker in den Fokus institutioneller Investoren. Die zunehmende Marktaktivität eröffnet neue Möglichkeiten für Liquiditätsmanagement, Portfoliosteuerung und den Zugang zu bestehenden Kreditportfolios. Gleichzeitig lohnt sich ein differenzierter Blick auf die Chancen und Grenzen dieses noch jungen Marktsegments.

Der Reifeprozess vieler Portfolios verändert die Anforderungen an das Portfoliomanagement. Während in der Aufbauphase vor allem der Zugang zu attraktiven Fonds und Managern im Vordergrund steht, gewinnen mit der Zeit andere Fragestellungen an Bedeutung: Wie lässt sich Liquidität steuern? Wie können bestehende Allokationen angepasst werden? Und welche Möglichkeiten gibt es, Kapital effizient neu einzusetzen? Genau aus diesem Bedarf heraus entwickelt sich ein aktiver Sekundärmarkt für Private Credit. 

Neue Handlungsspielräume für Investoren

Anders als im Private-Equity-Bereich befindet sich dieser Markt noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase. Das Transaktionsvolumen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, die Zahl spezialisierter Marktteilnehmer wächst und neue Transaktionsformen gewinnen an Bedeutung. Für Investoren entstehen dadurch zusätzliche Optionen, sowohl beim Management bestehender Portfolios als auch bei der Umsetzung neuer Investments. 

Besonders interessant können sogenannte GP-geführte Transaktionen sein. Sie ermöglichen Investoren unter bestimmten Voraussetzungen den Zugang zu bereits aufgebauten Kreditportfolios, die analysiert und bewertet werden können. Dadurch entfällt das Blind-Pool-Risiko klassischer Primärfonds. Zugleich profitieren Investoren von einem schnelleren Kapitalabruf und früher einsetzenden Erträgen.

Qualität vor Transaktionsform

Dabei wird deutlich, dass sich die aus dem Private-Equity-Markt bekannten Denkweisen nicht eins zu eins auf Private Credit übertragen lassen. Während dort häufig die Verlängerung besonders attraktiver Beteiligungen im Vordergrund steht, sind Kreditportfolios stärker von laufenden Zinserträgen, Rückzahlungen und der Qualität der Finanzierungsstruktur geprägt. Entscheidend sind daher nicht die Bezeichnung einer Transaktion oder ihre Einordnung als »Secondary«, sondern die Qualität der zugrunde liegenden Kredite, die Struktur des Vehikels, die Gebühren und der erzielbare Preis. 

Halten, verkaufen oder gezielt investieren?

Aus Sicht eines Bestandsinvestors besteht derzeit kein Anlass für einen breiten Verkauf bestehender Private-Credit-Positionen. Ohne konkreten Liquiditätsbedarf ist es wirtschaftlich oft sinnvoller, Kredite bis zur Rückzahlung zu halten und die laufenden Erträge zu vereinnahmen. Einzelne Secondary-Angebote können jedoch interessante Verkaufsmöglichkeiten eröffnen.  

Neue Private-Credit-Sekundärmarktfonds suchen aktiv nach Anlagemöglichkeiten und bieten Bestandsinvestoren teilweise Konditionen, die einen Verkauf wirtschaftlich sinnvoll erscheinen lassen. Besonders relevant sind in dem Zusammenhang Continuation Vehicles: Erhalten bestehende Investoren ein attraktives Angebot, kann ein Verkauf gegenüber einer Fortführung der Position vorteilhaft sein. 

Auf Käuferseite ist dagegen ein selektiver Ansatz gefragt. Besonders interessant können GP-geführte und bilaterale Transaktionen mit Managern sein, mit denen bereits langjährige Beziehungen bestehen und deren Investmentansatz sowie Portfolios gut bekannt sind. Bei bereits aufgebauten Portfolios lassen sich die zugrunde liegenden Kredite analysieren und Transaktionen gezielt auf die Anforderungen institutioneller Investoren zuschneiden. Konservative Strukturen und eine nachvollziehbare Interessenangleichung bilden dabei wesentliche Voraussetzungen.

Für Bestandsportfolios ergeben sich daraus zwei unterschiedliche Handlungsoptionen im Sekundärmarkt: der gezielte Verkauf bei wirtschaftlich überzeugenden Continuation-Vehicle-Angeboten und der selektive Erwerb analysierbarer GP-geführter Opportunitäten. Nicht der Sekundärmarkt als solcher schafft Mehrwert. Vielmehr kommt es darauf an, Preis, Portfolioqualität und Transaktionsstruktur aus der jeweiligen Käufer- oder Verkäuferperspektive angemessen zu beurteilen.

Kontaktieren Sie gerne Ihre Kundenbetreuerin oder Ihren Kundenbetreuer für weiterführende Informationen.

 

Pressekontakt

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Susanne Stolzenburg

Head of Marketing & Communications · Director

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